Simon Diezi
und die Gemeinde Thal suchen nach Wohnungen für Flüchtlinge
Sandra Gloor (52) von Kraftwege in Heiden ist verheiratet und hat drei Kinder.
Diese Woche stellt sich Sandra Gloor von «kraftwege.ch» in Heiden in der Rubrik «Die Chefin» vor.
Was wollten Sie als Kind werden? Und gibt es heute noch einen Bezug zu diesem einstigen Traumberuf?
Als Kind träumte ich davon, dass sich alle Menschen auf der Erde die Hände halten und wie eine grosse Familie in Frieden und Liebe miteinander verbunden sind. Ich war ein lebhaftes Kind voller Ideen und habe mich immer wieder neu erfunden. So wollte ich Detektivin, Erfinderin, Innenarchitektin und Weltenverbesserin werden.
Heute, in meiner Arbeit als Komplementärtherapeutin und Kursleiterin, finde ich viele dieser Kindheitsträume wieder. Jeder Mensch ist einzigartig, und ebenso einzigartig ist sein Heilungsweg. Als Wegbegleiterin darf ich die Architektur des Individuums erfassen, neue Lösungswege erschliessen und Räume für inneren Frieden öffnen. Diese Aufgabe erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit und Demut.
Warum sind Sie gut in dem, was Sie tagtäglich tun?
Mein grosses Interesse, die Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele zu erforschen und ein ganzheitliches Bild zu erkennen, unterstützt mich darin, Menschen genau dort abzuholen, wo sie stehen, und sie auf dem Weg zu begleiten, wohin sie möchten. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie es sich anfühlt, im Überlebensmodus nur noch zu funktionieren – und ich weiss auch, was es braucht, wieder in eine lebendige Verbundenheit mit mir selbst zu kommen und das Leben zu feiern. Diese Erfahrungen, kombiniert mit meinem Wissen, machen meine Arbeit tief, menschlich und wirksam.
Was treibt Sie morgens an, aufzustehen und loszulegen – auch wenn es mal schwerfällt?
Ich nehme mir morgens bewusst Zeit, um gut in den Tag zu kommen. Früher sprudelte meine Kreativität oft bis spät in die Nacht, und das Aufstehen war ein echter Kraftakt. Heute gestalte ich meinen Morgen ganz anders: Ich lasse meine Träume kurz nachklingen, reflektiere ein wenig und starte mit einer Tasse Kaffee oder Kakao. Danach springe ich unter die kalte Dusche, schüttle mich zu fetziger Musik wach – oder ich gehe joggen. Diese Rituale geben mir Energie, Leichtigkeit und einen kraftvollen Start, selbst an fordernden Tagen.
Gab es einen entscheidenden Moment oder eine Person, die Sie auf den Weg zum Unternehmer gebracht hat?
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der fast alle selbständig tätig waren – und auch in meinem Freundeskreis gibt es viele Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. Für mich war es deshalb ganz selbstverständlich, dass man seine Ideen verwirklicht und seinen beruflichen Alltag selbst gestaltet. Zudem bin ich ein freiheitsliebender Mensch, und selbstbestimmtes, kreatives Wirken ist in mir angelegt. So war der Schritt in die Selbstständigkeit weniger eine bewusste Entscheidung als vielmehr eine natürliche Folge dessen, was mich von innen heraus bewegt.
Wie würden Sie Ihre Rolle als Chef in einem Satz beschreiben – ganz ehrlich?
Als meine eigene Chefin bin ich eine quirlige Ideengeberin, die ihren Einfällen Zeit zum Reifen lässt – und alles, was mich auch nach einem Monat noch begeistert, mit echter Leidenschaft in die Tat umsetzt.
Was war die bislang grösste Herausforderung Ihrer unternehmerischen Laufbahn? Und was haben Sie daraus gelernt?
Die grösste Herausforderung war, mich meiner Angst vor Kritik zu stellen und meine mediale Seite nicht länger abzulehnen, sondern anzunehmen, auszubilden und mutig damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Den Lehrgang in Spiritueller Energiemedizin anzubieten, war ein grosser Schritt – und ich habe gelernt, dass genau in der grössten Angst das grösste Entwicklungspotenzial liegt.
Was hebt Ihr Unternehmen von der Konkurrenz ab?
Ich habe kein Konkurrenzdenken. Ich sehe die Zukunft nicht im Gegeneinander, sondern im gemeinsamen Wirken. Jeder Mensch bringt etwas Eigenes und Wertvolles mit – und genau in dieser Vielfalt liegt für mich die Stärke unserer Arbeit.
Was ist in Ihren Augen die beste Werbung für Ihr Unternehmen?
Die beste Werbung sind zufriedene Klientinnen und Klienten, die mich aus eigener Erfahrung gerne weiterempfehlen.
Worauf achten Sie besonders, wenn Sie neue Mitarbeitende einstellen?
Ich habe keine Mitarbeitenden. Stattdessen lege ich meinen Fokus darauf, meine Klientinnen und Klienten in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken, sodass sie lernen, verantwortungsvoll ihre eigene Chefin oder ihr eigener Chef zu sein.
Wie spüren Sie die momentane Wirtschaftslage?
Ich spüre eine grosse Verunsicherung in dieser herausfordernden Zeit, die sich rasant verändert. Viele Menschen sind unsicher, wie es weitergeht – und genau das zeigt, wie wichtig Orientierung, innere Stabilität und bewusste Entscheidungen geworden sind.
Wann haben Sie zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht? Und was war es?
Ich versuche, den Anfängergeist zu bewahren – dadurch ist für mich eigentlich alles immer wieder neu, und Langeweile erübrigt sich von selbst. Aber ja, etwas ganz Konkretes habe ich letzten Winter zum ersten Mal gemacht: Ich bin bei minus acht Grad Eisbaden gegangen. Es war herrlich erfrischend und ein wunderbares Erlebnis.
Ein Schlagwort der heutigen Zeit ist Work-Life-Balance. Was bedeutet dies für Sie?
Für mich bedeutet Work-Life-Balance, im Einklang mit meinem inneren Rhythmus zu leben. Arbeit und Leben sind für mich keine Gegensätze, sondern dürfen sich gegenseitig nähren. Dazu gehören bewusste Pausen, Natur, Bewegung, Stille und kreative Zeiten – ebenso wie Phasen des intensiven Wirkens. Wenn ich verbunden mit mir selbst bin, entsteht eine natürliche Balance, die mich trägt.
Welche Redewendung hatte Einfluss auf Ihr Leben und inspiriert Sie noch heute?
Energie folgt der Aufmerksamkeit.
Welchen Unternehmer oder Inhaber wollen Sie für die nächste Ausgabe in einer Woche nominieren?
Viviane Wisler aus Wienacht-Tobel.
Lade Fotos..