Simon Diezi
und die Gemeinde Thal suchen nach Wohnungen für Flüchtlinge
Wegen der Schliessung des Zentrums Mariaberg verliert die Gemeinde Thal ihre Kontingentsbefreiung für die Aufnahme von Flüchtlingen. Nun sucht sie dringend nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten.
Thal Die Gemeinde Thal steht vor einer Herausforderung: Mit der Schliessung des Flüchtlingszentrums Marienburg Mitte Dezember fällt die bisherige Kontingentsbefreiung für die Aufnahme von Flüchtlingen weg. Dadurch muss die Gemeinde ab dem kommenden Jahr 32 zusätzliche Geflüchtete aufnehmen, wie das «Tagblatt» berichtet.
Das Zentrum Marienburg war seit März 2023 in Betrieb und bot bis zu 80 Personen eine temporäre Unterkunft. Der Mietvertrag läuft nun aus, da auf dem Areal ein Neubauprojekt mit rund 75 Wohnungen vorgesehen ist. Für die Gemeinde bedeutet dies, dass aufgrund der Schliessung der Marienburg rasch geeignete Anschlusslösungen bereitstehen müssen.
Gemeindepräsident Simon Diezi spricht im «Tagblatt» von einer komplexen Lage. Die Leerwohnungsziffer in Thal liege bei 1,43 Prozent. Freie Wohnungen seien entsprechend knapp. Neben der schlichten Verfügbarkeit spielen weitere Faktoren eine Rolle: Wohnungsgrösse, Mietkosten, die Eignung für Familien sowie infrastrukturelle Aspekte wie der Schulweg oder die Erreichbarkeit für ältere Personen. «Das sind gut 10 bis 13 Wohnungen, die aktuell noch fehlen», hält Diezi fest.
Zwar sucht die Gemeinde seit Bekanntwerden der Schliessung aktiv nach passenden Mietobjekten und konnte laufend Geflüchtete aufnehmen. Dennoch reiche dies nicht aus, um die nun zusätzlich zugeteilten Personen unterzubringen. Gemäss Diezi, wie auch Claudia Nef, Geschäftsführerin des Trägervereins Integrationsprojekte St.Gallen (Tisg) fällt zudem auf, dass Vermieterinnen und Vermieter bei mehrerenBewerbungen nicht selten andere Interessenten bevorzugen, als die Unterbringung von Geflüchteten.
Von Marino Walser
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