Simon Diezi
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845 Startups sind in den vergangenen zehn Jahren im Umfeld der Universität St.Gallen entstanden. Der neue «Entrepreneurship Monitor» zeigt,wie stark diese Gründungen den Kanton prägen. Für den Kanton St.Gallen gewinnendiese Startups wirtschaftlichan Bedeutung.
St.Gallen In den vergangenen zehn Jahren sind an der Universität St.Gallen 845 Startups entstanden. Das zeigt der neue Entrepreneurship Monitor der Hochschule. Zum ersten Mal wird damit das gesamte unternehmerische Ökosystem der Universität systematisch erfasst. Doch welchen wirtschaftlichen Nutzen haben die Gründungen für die Region St.Gallen?
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons St.Gallen sieht in den jungen Unternehmen einen wachsenden Faktor für die regionale Entwicklung. «Startups haben
eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung für den Wirtschaftsraum St.Gallen, da sie Innovation und Wachstum fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken», erklärt Amtsleiterin Karin Jung auf Anfrage dieser Zeitung. Eine im
Februar 2025 veröffentlichte Studie von BAK Economics kommt zu
einem ähnlichen Ergebnis. Demnach haben die in St.Gallen ansässigen Forschungs- und Bildungsinstitutionen wesentlich dazu beigetragen, dass eine erfolgreiche Gründerszene entstehen konnte. Die Universität selbst nennt für ihre mehr als 170 Spin Offs (wissenschaftlich basiertes Unternehmen aus Forschungsergebnissen der HSG) über 6'000 geschaffene Arbeitsplätze. «Diese Unternehmen sind jedoch nicht alle im Kanton St.Gallen domiziliert», fügt Jung hinzu. Der Kanton führt keine eigenen Zahlen darüber, wie viele Stellen tatsächlich in der Region entstanden sind.
Die Geschäftsmodelle der HSG-Gründungen sind vielfältig. Sie reichen von Lebensmitteln und Gesundheit über Bildung und Mode bis zu Technologie und Arbeitswelt. Schwerpunktmässig gehören die Startups dem Dienstleistungssektor an. Nach Einschätzung des AWA stärkt dies die wirtschaftliche Resilienz (Widerstandskraft) des Kantons.
Die Universität gehört zu den gründungsstärksten Hochschulen im deutschsprachigen Raum. Das bestätigt eine Vergleichsstudie der Technischen Universität München. Nur die TU München und die ETH Zürich weisen mehr Ausgründungen auf. Die HSG unterstützt Studierende und Forschende auf dem Weg in die Selbstständigkeit mit Programmen wie dem «Best Founders Programme», dem «HSG Start Accelerator» und den Förderlinien «Entrepreneurial Talents» und «Entrepreneurial Champions». Der Kanton ergänzt diese universitären Strukturen mit eigenen Angeboten. Das Volkswirtschaftsdepartement führte 2023 eine Förderstrategie für Startups ein. Das Angebot wurde durch neue, physische Beratungsstellen und einen digitalen Online-Gründungsschalter ergänzt. Zur Schliessung von Finanzierungslücken wurde zudem ein Sonderkredit von zehn Millionen Franken gesprochen. 4,6 Millionen Franken flossen in die Stiftung Startfeld, 5,4 Millionen in die Stiftung HSG START Accelerator. Beide Institutionen unterstützen junge Firmen bei der Finanzierung, Professionalisierung und Vernetzung mit Investoren. Die Rolle der Universität im regionalen Innovationssystem beschreibt Jung vom AWA so: «Viele durch Startfeld geförderte Startups haben ihren Ursprung an der HSG. Entscheidend ist aber die Zusammenarbeit der Universität mit Partnern wie der OST, der Empa oder dem Kantonsspital St. Gallen. Die kurzen Wege in der Ostschweiz erleichtern Abstimmung und Projekte.»
In späteren Wachstumsphasen stehen die Startups vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Unternehmen. «Haben sie sich am Markt etabliert und stehen in der Wachstumsphase, sind auch sie auf Fachkräfte angewiesen», sagt Jung. Die Konkurrenz um qualifiziertes Personal sei hoch, insbesondere wegen der Nähe zum Wirtschaftsstandort Zürich. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt der Kanton auf
Initiativen wie die IT-Bildungs-offensive und Massnahmen im Gesundheitsbereich. Die HSG will den Entrepreneurship Monitor künftig jährlich aktualisieren. Für den Kanton liefert er damit eine regelmässige Grundlage, um
die wirtschaftliche Bedeutung der Startups einzuordnen. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Mit ihrer Gründungsdynamik tragen die
HSG-Startups zur Schaffung von
Arbeitsplätzen, zur Innovationskraft und zur langfristigen Stabilität der Wirtschaft im Kanton St.Gallen bei.
Von Marino Walser
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