Simon Diezi
und die Gemeinde Thal suchen nach Wohnungen für Flüchtlinge
Das Rorschacher Stadtfest kommt nicht so recht in die Gänge.
Es ist die Zeit der Sommerfeste – fast jede Stadt oder grössere Gemeinde veranstaltet eines. In Rorschach fand das letzte offizielle Stadtfest jedoch im Juni 2022 statt. Seither blieb es still in der Hafenstadt. Doch für das Frühjahr oder den Sommer 2027 plant die Stadt ein grosses Fest. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Rorschach Am 10. und 11. Juni 2022 gab es in Rorschach zum bislang letzten Mal ein Stadtfest. Nach zwei Jahren Corona-Pause wurde bei bestem Frühsommerwetter noch einmal zwei Tage lang gelacht, getanzt und gefeiert. Danach war Schluss. Das fünfköpfige Organisationskomitee unter der Leitung von Rolf Niederer trat nach elf Jahren zurück. «Wir haben jährlich rund 1'200 Stunden ehrenamtlich gearbeitet – ein immenser Aufwand für uns alle», sagt Niederer rückblickend.
In der Hoffnung auf eine Weiterführung wurde der Verein nicht aufgelöst, sondern besteht weiterhin.Ein öffentlicher Aufruf für eine Nachfolgeorganisation im Herbst 2022 führte zu einigen Gesprächen mit interessierten Einzelpersonen und Gruppen. Doch alle sprangenwieder ab – der zeitliche Aufwand sei unterschätzt worden, berichtet Niederer. Ihm sei bewusst, dass es zunehmend schwieriger werde,Personen zu finden, die sich ehrenamtlich einsetzen. Dennoch hat er die Hoffnung auf ein neues Stadtfest nicht ganz aufgegeben: «Wirstehen bereit, unsere Erfahrungen weiterzugeben – unabhängig davon, wer sich künftig der Aufgabe annimmt.»
Seit 2018 organisiert Dario Aemisegger erfolgreich die Strandfestwochen. An fünf Wochenenden verwandelt sich das Seeufer jeweils ineine Festmeile mit Konzerten, Wakeboard-Shows, Yoga- und Zumba-Sessions – so auch dieses Jahr wieder, vom 25. Juli bis 29.August. Reichen den Rorschacherinnen und Rorschachern diese Festwochen, haben sie das Stadtfestersetzt? Aemisegger verneint dies: Die Strandfestwochen seien keinErsatz. «Das Stadtfest hatte seinen ganz eigenen Charakter. Es bezog vor allem lokale Vereine mit ein – das ist bei den Strandfestwochen nicht der Fall». Zudem kämen viele Besucherinnen und Besucher aus der Region St.Gallen oder dem Rheintal.
Das Stadtfest hingegen sei ein Treffpunkt für die lokale Bevölkerung gewesen. Ob er sich vorstellen könne, zusätzlich zu den Strandfestwochen ein Stadtfest zu organisieren? «Nicht ausgeschlossen», sagt Aemisegger und fügt an: «Aber nur wenn es in völlig neuer Form daherkommt.» Konkrete Pläne habe er bisher jedoch keine.
Ein Stadtfest auf die Beine zu stellen sei eigentlich nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, sagt Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths zur aktuellen «Notsituation». In zwei Jahren aber sieht es anders aus, dann will die Stadt selbst Verantwortungübernehmen: Im Frühling oder Sommer 2027 soll Rorschach wieder feiern. Und zwar richtig. «Wir planen ein grosses Fest. Und bis dahin gibt es hoffentlich genügend Gründe dafür», so Raths. Damit meint er den allgemeinen baulichen Fortschritt der Stadt Rorschach.
Die Organisation des Fests übernimmt Stadtrat Reto Källi – keinUnbekannter auf diesem Terrain. Zwischen 2013 und 2017 leitete er als Vorgänger von Rolf Niedererdas Stadtfest-OK. Seit 2019 organisiert er zudem erfolgreich die Rorschacher Cliquenfasnacht. EineAufgabe also, die ihm bestens zuliegen scheint. Was genau die Bevölkerung beim Stadtfest 2027 erwartet, ist allerdings noch offen. «Wirstehen noch ganz am Anfang derPlanungen», erklärt Källi. Eines sei aber klar: «Es soll ein Fest für alleKulturen werden – ein Fest für das Miteinander in Rorschach.» Für die Umsetzung benötigt Källi noch ein engagiertes OK-Team. Wie und wann der Aufruf zur Mitarbeit erfolgen soll, steht noch nicht fest – ist aber in Vorbereitung. Und wie steht es um die Zukunft des Stadtfestsdanach? Könnte daraus wiederein regelmässiger Anlass werden? «Das wäre natürlich super – derIdealfall», meint Källi hoffnungsvoll.
Von Astrid Nakhostin
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