Simon Diezi
und die Gemeinde Thal suchen nach Wohnungen für Flüchtlinge
Ende 2024 wechselte das Gmünderhaus den Besitzer.Die Gemeinde Goldach verkaufte die Liegenschaft an die Casa Jacob AG. Der Beginn des Umbaus hätte im Herbst erfolgen sollen. Passiert ist: nichts. Wie geht es nun weiter, mit dem Schandfleck Goldachs?
Goldach Das Gmünderhaus ist für viele Goldacherinnen und Goldacher ein Stück Jugend, ein Ort voller Erinnerungen an eine gute Zeit im damaligen Jugendtreff. Doch wer heute daran vorbeigeht, sieht nicht Nostalgie, sondern Verfall. Die Fassade bröckelt, die Fensterläden hängen schief und das Dach sowie die Fassade sind eine Zumutung. Ein Schandfleck, sagen viele – auch Gemeindepräsident Dominik Gemperli ist so ehrlich.
Ende 2024 wechselte das Haus den Besitzer: von der Gemeinde zur Casa Jacob AG, geführt von Timo Cajacob. Der neue Eigentümer sagte gegenüber dem «Tagblatt», schon im Frühling mit dem Umbau zu beginnen. Doch geschehen ist nichts. Das Gmünderhaus steht da wie eh und je: schief, grau, kurz vorm Zusammenbruch.
Was aus dem Gmünderhaus wird, weiss in Goldach niemand so genau. Auf Anfrage bei der Casa Jacob AG heisst es gegenüber den Bodensee Nachrichten: «Kein Kommentar!» und auch Gemeindepräsident Dominik Gemperli wusste bei Kontaktaufnahme der Bodensee Nachrichten nichts Genaueres: «Grundsätzlich ist der Baubeginn Sache der Eigentümerin. Die Gemeinde hat damit nichts mehr zu tun.»
Doch kaum zwanzig Minuten nach dem Gespräch klingelt bei denBodensee Nachrichten erneut das Telefon. Wieder ist Gemperli dran – diesmal mit Neuigkeiten. Er hat sich selbst erkundigt, wie es um das Gmünderhaus steht. «Der Grundeigentümer klärt im Hintergrund Details mit der Denkmalpflege. Es ist also nicht so, dass nichts passiert», sagt Gemperli. Und er fügt an: Der Baubeginn könne theoretisch durchaus noch dieses Jahr erfolgen – auch abhängig vom Wetter.
Auch Gemperli selbst wünscht sich, dass bald Bewegung in das Gmünderhaus kommt. «Grundsätzlich wünsche auch ich mir, dass der Umbau schnellstmöglich beginnt.» Doch bevor der Bagger anrücken kann, brauche es solide Vorarbeit – insbesondere wegen des Denkmalschutzes.
Für den Fall, dass trotzdem nichts passiert, ist die Gemeinde vorbereitet. Sie hat Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Die Eigentümerin muss spätestens bis zum 15. August 2027 mit dem Umbau beginnen. Geschieht das nicht, besteht ein Rückkaufrecht der Gemeinde – drei Jahre nach dem Verkauf tritt es in Kraft.
Auch die Interessengemeinschaft (IG) Gmünderhaus zeigt sich erstaunt über die anhaltende Funkstille. «Wir alle in der Gemeinde warten, bis endlich etwas Sichtbares passiert», sagt IG-Präsident Bruno Zürcher. Es sei enttäuschend, weiter mitansehen zu müssen, wie das Gmünderhaus verfällt. Zürcher betont, die Freude über den neuen Eigentümer sei grundsätzlich geblieben. «Wir wissen, dass sich der Käufer mit historischen Gebäuden auskennt». Erstaunt ist Zürcher, dass nun denkmalpflegerische Gründe als Entschuldigung für die Bauverzögerung angeführt werden. Die Bauherrschaft müsse sich doch an ein rechtskräftiges, von der Gemeinde und der Denkmalpflege bewilligtes Projekt halten, an dem gemäss den Antworten, welche die IG auf entsprechende Anfragen erhalten hat, nichts verändert werden darf. «Nun, wir sind gespannt, ob der jetzt angekündigte Baubeginn wirklich eintrifft. Wenn nicht, hat man ja noch das Wetter als Ausrede.»
Besonders am Herzen liegt der IG der Erhalt der historischen Decke. Doch gerade das macht den Verein skeptisch. «Was nützt der Erhalteiner historischen Decke, wenn sie am Ende in einem Schlafzimmer verschwindet?», fragt Zürcher.
Nach wie vor ist die IG überzeugt: Im Gmünderhaus hätte eine Begegnungsstätte entstehen sollen – ein Ort für die Menschen von Goldach, nicht für teure Wohnungen.
Von Marino Walser
Abreissen und komplett Neubau.
Marco antworten
Lade Fotos..