Simon Diezi
und die Gemeinde Thal suchen nach Wohnungen für Flüchtlinge
Die Rorschacher Badhütte soll 2027 wieder eröffnet werden. Doch ob dieser Zeitplan zu halten ist, hängt massgeblich von einer Frage ab: Ist die Betonkonstruktion, auf der das beliebte Wahrzeichen stand, noch tragfähig?
Rorschach Der Brand der Badhütte hat Rorschach tief getroffen. Der Schock über den Verlust sitzt noch immer. Doch der geplante Wiederaufbau gibt der Bevölkerung Hoffnung. Die Stadt Rorschach hat die Ladner & Partner AG aus Rheineck beauftragt, das Projekt zu koordinieren. Der Rückbau der Brandruine ist in vollem Gange. In dieser Woche prüfen Fachleute den Zustand des Betons, der das Fundament der Badhütte bildet.
Die Untersuchung der Betonkonstruktion ist ein entscheidender Moment im Projektverlauf. Denn sollten die Armierungseisen oder der Beton stärker beschädigt sein alsvermutet, müsste das Fundament komplett neu gebaut werden – mit gravierenden Folgen: Die Wiedereröffnung würde sich verzögern, die Kosten deutlich steigen. Nathan Lutz, Verwaltungsrat bei Ladner & Partner, zeigt sich zuversichtlich: «Wir gehen davon aus, dass die Betonkonstruktion ertüchtigt werden kann. Marode Stellen werden ausgespitzt, entrostet und reprofiliert.»Eine endgültige Aussage sei aber erst nach der Begutachtung im August möglich. Auch die Holzpfähle im Seegrund, auf denen die Badhütte steht, werden kontrolliert. Lutz beruhigt: «Das diese ersetzt werden müssen ist eigentlich ziemlich unwahrscheinlich. Denn wären diese derart marode, müsste man alleGebäude der Stadt Rorschach abreissen und neu bauen.» Die grössten Risiken für das Budget liegen laut Lutz ohnehin nicht im Untergrund, sondern im Zustand des Betons über dem Wasser.
Wie stark ein möglicher Neubau des Fundaments die Kosten in dieHöhe treiben würde, kann Lutz nicht beziffern. Ob die von der Stadtgenannten sechs bis acht Millionen Franken im Worst Case Szenarioweiterhin ausreichen, lässt er offen: «Das sind Zahlen, welche die Stadt nannte», sagt Lutz.
Finanziert wird der Wiederaufbau nicht aus Steuergeldern die Steuerfussrelevant sind, sondern überverschiedene Quellen: Beiträge aus dem Lotteriefonds, Leistungen der Gebäudeversicherung, Spenden, Gemeindebeiträge und privateMittel. Stadtpräsident Robert Raths erklärt: «Wir sind dabei, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Diese hat den Zweck, durch genannte Beiträge die Kosten für den Wiederaufbau zu stämmen.» Ziel ist es, einStiftungsvermögen von acht Millionen Franken aufzubauen.
Doch was, wenn der schlimmste Fall eintritt? Ist dieses Szenario in den acht Millionen Franken bereitseingerechnet? Laut StadtpräsidentRöbi Raths sind im ordentlichen Budget der Stadt sechs Millionen für den Wiederaufbau vorgesehen. «Mit dem Ziel von acht Millionen will ich vorbereitet sein, falls zusätzliche Kosten anfallen», sagt Raths. Und fügt mit hörbarer Zuversicht hinzu: «Sollte die neue Badhütte mehr als acht Millionen kosten, werden wir auch dieses Geld zusammenbringen.» So oder so stehe fest, dassdie Rorschacherinnen und Rorschacher ihre Badhütte zurückbekommen.
Von Marino Walser
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