Simon Diezi
und die Gemeinde Thal suchen nach Wohnungen für Flüchtlinge
Mitten in der Nacht wird es laut in Tübach und Goldach: Zwei junge Männer liefern sich auf der Goldacherstrasse ein riskantes Duell mit ihren PS-Boliden. Dann kommts zum Unfall. Für die Anwohnerinnen und Anwohner war dies nureine Frage der Zeit.
Tübach/Goldach Zwei Uhr fünfzig, Sonntagmorgen in Tübach. Alles schläft. Nur auf der Goldacherstrasse in Tübach sind noch zwei junge Männer mit ihren PS-Boliden unterwegs. Die Motoren heulen, die Reifen quietschen. Sekunden später ein Knall, so laut, dass die Anwohnerinnen und Anwohner der Goldacherstrasse auf Höhe Aachmühle aus dem Schlaf schrecken. Zwei junge Männer, 26 und 27 Jahre alt, liefern sich ein riskantes Überholmanöver – und dann kommts zum Unfall.
Der 27-Jährige drückt aufs Gas, zieht auf die Gegenfahrbahn. Will überholen. Ein kurzer Augenblick, ein Fehler und alles gerät ausser Kontrolle. Er kracht ins Auto, dass er überholen will. Dann ins Brückengeländer. Dann in eine Strassenlaterne. Der 26-Jährige vor ihm verliert ebenfalls die Kontrolle über seinen Schlitten, rast in einen Zaun, zerfetzt Büsche am Strassenrand. Dann ist Stille.
Der Sachschaden: sicherlich fünfstellig. Beide Autos sind arg in Mittleidenschaft gezogen. Und der 27-jährige Unfallverursacher? Laut der Kantonspolizei St.Gallen fahrunfähig. Der Führerausweis ist weg, Blut- und Urinprobe angeordnet. Glücklicherweise wurde bei diesem Zwischenfall niemand verletzt.
Doch das Entsetzen rund um den Unfallort sitzt tief. In Tübach und Goldach spricht man von einem Unfall, der vorprogrammiert war. «Irgendwann musste ja etwas passieren!», sagt eine Anwohnerin gegenüber den Bodensee Nachrichten, die anonym bleiben will. «Diese jungen Männer fahren, als gehöre ihnen die Strasse! Jede Freitag- und Samstagnacht dasselbe Theater!»
Was einige für einen Einzelfall halten, ist hier längst Routine. Denn fast jedes Wochenende treffen sich PS-verliebte Fahrer im Industriequartier Rietli zum Zirkus. «Zuerst tuckern sie langsam, fast harmlos ihre Runde ab», erzählt ein anderer Anwohner der Goldacherstrasse, der ebenfalls anonym bleiben will. «Doch dann, wenn die Kontrollrunde gefahren ist, drücken sie drauf. Mit geschätzten 140 Sachen schiessen sie über die Goldacherstrasse.»
Die Menschen entlang der Strecke leben mit Wut. Wer in der Nacht auf Sonntag die Polizei verständigte weiss niemand. Klar ist aber: «Die Anrufe bei der Polizei gleichen einer Sisyphusarbeit. Bis die Polizei vor Ort ist, sind die jungen Männer längst über alle Berge», so ein weiterer Anwohner. Zurück bleibt eine genervte Anwohnerschaft, regelmässiger Krach mitten in der Nacht und Angst. «Ich würde niemandem raten, nachts an der Goldacherstrasse spazieren zu gehen. Irgendwann gibts hier Tote», sagt der Anwohner gegenüber den Bodensee Nachrichten.
Gemeindepräsident Michael Götte (SVP) hat Kenntnis davon, was sich am Wochenende im Industriequartier Rietli und auf der Runde Thannäckerstrasse, Goldacherstrasse, Landhauskreisel, Schulstrasse, Waldeggkreisel, Kronenkreisel, Goldacherstrasse abspielt. Und seine Geduld ist am Ende. «Ja, es ist davon auszugehen, dass diese beiden zu jener Gruppe gehören, die sich regelmässig unten im Rietli treffen. Ich nerve mich gewaltig über die jungen Männer, die durch die Gemeinden rasen», sagt er. Götte verlangt mehr Präsenz von der Polizei, härtere und vermehrte Kontrollen – unter anderem mit Blitzer – aber auch weiteren technischen Massnahmen. «Die Situation ist extrem. Jede Einschränkung wird von der Bevölkerung – und auch von mir – begrüsst. Denn so kann es nicht weitergehen. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist Wahnsinn auf Rädern!»
Und die Polizei? Die weiss Bescheid, wie sie gegenüber den Bodensee Nachrichten sagt. «Wir erhalten immer mal wieder Meldungen über Lärm und auffälliges Fahrverhalten, ausgehend vom Industriequartier», bestätigt der Sprecher der St.Galler Kantonspolizei Milo Frey. Doch die Treffen selbst, wie sie beispielsweise im Industriequartier vorkommen, seien nicht verboten. «Solange sich die Leute an die Regeln halten, ist das legal», so Frey.
Die Aussagen von Anwohnenden sprechen jedoch Bände. Wird die Polizei auch deshalb mehr Präsenz in dieser Region zeigen? Frey sagt: «Wir zeigen weiterhin Präsenz – je nach Ressourcen. Und bei Meldungen rücken wir selbstverständlich aus.»
Von Marino Walser
Und warum werden Fahrzeuge mit solch masslos übertriebenen Leistungen überhaupt angeboten und verkauft…nein geleast, wenn diese bar und vollständig bezahlt bezahlt werden müssten so denke ich würde der Personenkreis doch ziemlich stark eingeschränkt. Zweihundert, dreihundert und mehr PS? Wozu… Die Hersteller und der Handel bieten sie an, das Risiko und die Folgeschäden trägt die Allgemeinheit.
Hansruedi Geser antwortenDiese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit. Der 26-jährige Fahrer war nüchtern, hat drei Personen nach Hause gefahren und war an keinem Rennen beteiligt. Der 27-jährige, betrunkene Fahrer hat den Unfall verursacht und wohnt über 150 km entfernt – es kann also kein Kontakt oder Bezug zu irgendwelchen Rennen in Tübach bestehen. Solche falschen Darstellungen kommen übler Nachrede sehr nahe!!
Beat Ruckstuhl antworten
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